Otto-Dix-Schüler engagieren sich gegen Gewalt

Die Jungen und Mädchen der Regelschule Otto-Dix haben an Bildungsprojekttagen zum Tag der gewaltfreien Erziehung unter dem Motto Kinderrechte teilgenommen.

“Ihr müsst Rechte, die euch zustehen, auch leben”…

…appellierte Birgit Klemm. Die Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe verwies damit auf die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention. Den Appell hörten die rund 200 Schüler der fünften bis siebten Klassen der Regelschule Otto-Dix zur Eröffnung der Bildungsprojekttage am 27. April im UCI Kino.

Die Vereine Streetwork Gera, Deutscher Kinderschutzbund Stadtverband Gera und Schlupfwinkel und Sorgentelefon Gera veranstalten seit 25 Jahren Aktionen zum Tag der gewaltfreien Erziehung, der am 30. April begangen wird, gemeinsam mit vielen weiteren Trägern. “Projekte für Kinder, mit Kindern”, erklärt Doris Colditz, Vorstand Streetwork Gera. In diesem Jahr fand das Projekt erstmalig an der Regelschule Otto-Dix statt. Dabei beschäftigten sich die Mädchen und Jungen am Donnerstag und am Freitag intensiv mit Kinderrechten. Schon im Vorfeld setzten sich die Schüler der Dix-Schule mit dem Thema Gewalt und Gewaltprävention auseinander. Sie lernten in Nürnberg die Straße der Kinderrechte kennen und gestalteten im Kunstunterricht Skulpturen. Gestern hatten alle Schüler der Klassenstufe fünf bis sieben die Möglichkeit, zu wählen, welche Skulptur als großes Exemplar angefertigt und in der Schule aufgestellt werden soll. Künftig sollen die Bildungsprojekttage in dieser Form jährlich an einer anderen Geraer Schule stattfinden. Ziel ist es, an jeder Schule jeweils eines der zehn Kinderrechte als Skulptur entstehen zu lassen.

Neben der Wahl zur schönsten Skulptur stand für die Mädchen und Jungen am Freitagvormittag Stationsarbeit auf dem Programm. An zwölf Stationen wurden unterschiedliche Bereiche bearbeitet, rund um das Motto Kinderrechte. Nach 30 Minuten fand ein Stationswechsel statt. Lisa Meyer, schulbezogene Jugendsozialarbeiterin der Dix-Regelschule und des Vereins Streetwork Gera, organisierte und koordinierte die Bildungsprojekttage, zusammen mit vielen weiteren Engagierten. Für Kinder, die Gewalt erfahren, ist sie auch außerhalb dieser Veranstaltung in der Schule Ansprechpartnerin. “Es braucht Zeit, bis eine Beziehung aufgebaut ist und die Kinder sich öffnen. Wenn das geschafft ist, können wir betroffenen Kindern helfen”, sagt sie.

Und weil schon vielen Kindern geholfen werden konnte, sollte es weiterhin Jugendsozialarbeit in der Schule geben, bestätigt Holger Weisheit, Schulleiter der Regelschule Otto-Dix. Er fügt hinzu: “Gewalt ist an unserer Schule kein überdurchschnittliches Thema. Klar, es gibt hin und wieder Rangeleien auf dem Schulhof und vereinzelt auch Mobbing, aber häufig liegen dem außerschulische Ursachen zugrunde. Kinder reflektieren Gewalteinfluss, sie kommen dann verändert in den Unterricht.” Leider ist “gewaltfreie Erziehung nicht selbstverständlich. Viele Kinder werden mit Gewalt konfrontiert”, kritisiert die Fachdienstleiterin Birgit Klemm. Projekte wie dieses, sollen die Schüler in ihrem Selbstbewusstsein stärken und für diese Problematik sensibilisieren. Die Kinder sollen lernen, über ihr Handeln nachzudenken und Probleme gewaltfrei zu lösen. Nicht nur innerhalb der Bildungsprojekttage, sondern auch außerhalb des Projekts wird an der Regelschule Gewaltprävention betrieben: “Es gibt bei uns klare Regeln, außerdem die Schülersecurity und Schülerlotsen”, sagt der Direktor. “Schüler übernehmen Verantwortung für Schüler. Durch die Hausgemeinschaft von Regelschule und Grundschule treffen täglich ­ältere und jüngere Schüler auf­einander. Das hat sich ebenso als positiver Faktor zur Gewaltminimierung erwiesen.”

29.04.17 – Artikel von Tina Heinrich, OTZ Gera